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Neu im Exotarium: Sepien – Meister der Tarnung

23.10.14

Seit dem 20. Oktober kann man im Exotarium eine in Zoos selten gezeigt Art bestaunen: Sepia officinalis – der gewöhnliche Tintenfisch. Neun der faszinierenden Verwandlungskünstler tummeln sich im großzügigen Schaubecken.

Sepia officinalis Foto: Zoo Frankfurt / Thomas Tikatsch

„Viele werden den Tintenfisch eher aus der mediterranen Küche kennen, schmackhaft angerichtet mit Aioli-Soße. Das wird den äußerst interessanten und charismatischen Tieren kaum gerecht“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Die neun neuen Sepien sind im Juni 2014 geschlüpft und stammen von der Universität in Gießen. Für die nächsten fünf Wochen befinden sie sich noch unter Quarantänebedingungen, das heißt, ihr Becken ist vom Wasserkreislauf des Exotariums abgetrennt. „Die Haltung von Sepien in Zoos ist außer-gewöhnlich. Der Zoo Frankfurt ist momentan der einzige Zoo in Deutschland, der Sepien zeigt“, so Niekisch. 

Die 10-armigen Sepien, die zur Klasse der Kopffüßer gehören, können auf imposante Weise in kürzester Zeit ihre Farbe wechseln. Durch diese Farbveränderung kommunizieren die Tiere und zeigen beispielsweise ihre Stimmungen an, etwa wenn sie paarungsbereit sind. Des Weiteren können sich die Sepien durch diesen Farbwechsel dem Untergrund anpassen und sich so sehr wirksam tarnen. Dabei verändern sie die Farbe mit Hilfe von speziellen Hautzellen, in denen sich unterschiedliche Farbpigmente befinden. Durch die Kontraktion von Muskelfasern treten die dem Untergrund entsprechenden Farbpigmente an die Hautoberfläche und sorgen in Sekundenbruchteilen für die richtige Färbung. Wie bei Tintenfischen üblich, stoßen die Sepien zur Verteidigung „Tinte“ aus, die u. a. aus grau-schwarzem Melanin besteht.

Zur bevorzugten Nahrung der Sepien zählen Sandgarnelen, Krabben und Krebse aber auch kleinere Fische. Um die Beute zu fangen, gibt es zwei Möglichkeiten: Bei kleineren Beutetieren, wie beispielsweise den Krebsen, wird der Tentakelschuss eingesetzt. Dabei  werden zwei der zehn Fangarme, die sonst in Ruhestellung in den Manteltaschen versteckt sind, blitzschnell ausgefahren und packen die Beute. Bei größeren Beutetieren kommt der Beutesprung zum Einsatz.

Sepia officinalis ist im Mittelmeer, der Nordsee, vor der Westküste Nordafrikas und vor den Britischen Inseln beheimatet. Im Exotarium des Frankfurter Zoos lassen sich der Farbwechsel und die ungewöhnliche Fortbewegung mittels Rückstoßantrieb hervorragend beobachten.

Authors: Zoo Frankfurt

Lesen Sie mehr http://www.zoo-frankfurt.de/presse/aktuell/news/archive/23/oktober/2014/artikel/neu-im-exotarium-sepien-meister-der-tarnung.html

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