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Beginn der Sanierungsmaßnahmen im Hafenbecken von Bad Karlshafen

Fischpächter Herr Dworak und Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann Fischpächter Herr Dworak und Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann Staatliche Schlösser und Gärten Hessen

„Einzigartiges Zeugnis der Landesgeschichte wird erhalten“

Zum Auftakt der umfassenden Sanierungsmaßnahmen an der Hafenmauer und im Hafenbecken von Bad Karlshafen hat sich die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, ein Bild vom Stand und Fortgang der geplanten Maßnahmen verschafft. Für die Instandsetzung des Hafenbeckens in Bad Karlshafen stellt das Land 2,2 Millionen Euro zur Verfügung. „Damit können die am stärksten geschädigten Bereiche der Hafen- und Kanalmauern saniert werden. Auf diese Weise wird ein einzigartiges Zeugnis der Landesgeschichte erhalten und die Attraktivität des historischen Stadtbildes von Bad Karlshafen gefördert“, sagte die Ministerin.

Der Bau des Hafenbeckens in Bad Karlshafen ist eng verbunden mit Plänen des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel (1654-1730), die 1699 im nördlichsten Teil seines Landes gegründete Stadt mit Hilfe hugenottischer Einwanderer zum Handelszentrum für die Textilindustrie auszubauen. Dort, wo die Diemel in die Weser fließt, wollte er durch die Anlage eines Kanals einen eigenen Schifffahrtsweg nach Kassel und über die Weser einen direkten Zugang zum Meer herstellen – beides, um das teure Stapelrecht in Hannoversch Münden zu umgehen. 1713 begann der Bau der Hafenanlage mit Schleusenkammer und Toren. Das Hafenbecken ist eindrucksvolles Relikt der ehrgeizigen, jedoch in den Anfängen steckengebliebenen Kanalbaupläne. Dieses Vorhaben wurde bald nach dem Tod des Landgrafen 1730 eingestellt. Das Hafenbecken aber wurde weiter benutzt und Mitte des 18. Jahrhunderts von einer Mauer umgeben, die bis heute erhalten ist.

In den vergangenen Jahren hat sich der Zustand der Mauern des Hafenbeckens und des Kanals erheblich verschlechtert: Es finden sich starke Ausbauchungen und Risse, teilweise hat sich das Mauerwerk durch die von hinten drückenden Erdmassen verschoben. An zahlreichen Stellen hat sich eine äußere Schale des Mauerwerks vom Mauerkern gelöst und droht umzustürzen; teilweise fielen bereits Steine aus der Mauer in das Hafenbecken.

Im Jahr 2010 untersuchte das Kasseler Ingenieurbüro HAZ die Hafenmauern und kam zu dem Schluss, dass die Mauern in dem zur Diemel führenden Kanal und die südwestliche Mauer des Hafenbeckens vor dem Rathaus bis zur Brücke über die Schleuse zur Weser einer umfassenden Instandsetzung bedürfen. Im Herbst 2012 und Winter 2012/2013 wurden Probeflächen der Einfassungsmauer des Hafenbeckens bearbeitet, um die Vorgaben für die Ausschreibung festlegen zu können. Anschließend wurden die Arbeiten für den ersten Teil der Maßnahme ausgeschrieben, der die Mauern vor dem Rathaus umfasst. Mit dem 1. Teil der Maßnahme wird am 19. August 2013 begonnen, er wird im Laufe des Jahres 2014 umgesetzt sein. Die Arbeiten des 2. Teils (beide Seiten des Zulaufes bis zur Teufelsbrücke) werden noch in diesem Jahr ausgeschrieben  und direkt im Anschluss an den 1.Teil ausgeführt und im Jahr 2015 abgeschlossen.

Eine unerwartete Herausforderung für die Planer war der Umgang mit dem Schlamm, der sich im Laufe der Zeit auf dem Grund des Hafenbeckens abgesetzt hat. Während der Baumaßnahme wird der Schlamm vor dem Mauerfuß in die Mitte des Hafenbeckens geschoben, wo eine flache Wasserfläche verbleiben wird, um Geruchsprobleme und eine Verkrautung des Bodens durch aufgehende Pflanzensamen aus der Luft zu vermeiden.

Quelle: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst  und der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen

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